Dezember 18th, 2010 — 6:01pm
Wir Danken noch einmal allen Autoren, Besuchern und Unterstützern, insbesondere dem Berliner Senat, der diese Veranstaltungsreihe erst ermöglicht hat.
Samstag, 18. Dezember 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Datenschreiber: Ämter und Würden
Von und mit Nora Bossong
Die Reihe “Datenschreiber” wurde konzipiert von Philip Maroldt und Moritz Malsch
Verwirklicht mithilfe von Projektmitteln des Berliner Senats
Verdrängung, fröhliches Nach-vorne-Schauen, gleichzeitig unbefangene Nutzung der Kontakte und Beziehungen “von damals” fürs eigene Vorankommen – diese Mechanismen prägten in den 1950er Jahren viele Bereiche der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Nicht nur Wolfgang Koeppen und Rolf Hochhuth verzweifelten an der kollektiven Amnesie.
Ähnlich lagen die Dinge auch im diplomatischen Dienst. Vielleicht lädt der Berufsstand des Diplomaten ganz besonders zur Anpassung an die jeweils gegebenen Verhältnisse ein. Karrierediplomaten der Nazizeit hatten nach dem Krieg schon bald wieder Sektkelche in der Hand und parlierten mit Exzellenzen aus aller Welt. Die Wenigen innerhalb des diplomatischen Corps, die sich wie Fritz Kolbe klar und eindeutig gegen das Regime gestellt hatten, hatten keine Chance, ihre Laufbahn wieder aufzunehmen: Zu mächtig waren die alten Freundesbündnisse.
Jüngst wurde der Bericht der von Joschka Fischer eingesetzten Historikerkommission Das Amt und die Vergangenheit veröffentlicht. Bereits zuvor hatte sich Nora Bossong in ihrem hoch gelobten Roman Webers Protokoll(FVA, 2009) mit diesem Komplex beschäftigt, in dem der Karrierediplomat und Nazi-Mitläufer Weber um seine Wiedereinstellung kämpft und von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird. Zum Glück für ihn nur vorübergehend.
Bei der Veranstaltung erwartet Sie eine Collage aus historischen und literarischen Texten, vorgetragen von Nora Bossong und einem Schauspieler, begleitet von musikalischen Dokumenten, die die Geisteshaltung der Zeit widerspiegeln.
Nora Bossong, geboren 1982 in Bremen, lebt in Berlin. Studium am Deutschen Literaturinstitut, Leipzig, zahlreiche Stipendien und Preise. Von ihr sind bislang die Romane Gegend (2006) undWebers Protokoll (2009) sowie der Gedichtband Reglose Jagd (2007) erschienen. Ihr nächster Gedichtband Sommer vor den Mauern erscheint 2011 im Hanser Verlag.
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Dezember 11th, 2010 — 6:34pm
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Dezember 1st, 2010 — 5:34pm
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November 11th, 2010 — 1:19pm
die spezialistin für elektrisch-elegische schafe, simone kornappel, und der aktuelle lyrikpreis-meran-träger und meister des infinitivischen, andre rudolph, klären uns über den als “vorbild für rainman” bekannten kim peek im besonderen und das savant-syndrom im allgemeinen auf.
19:30uhr in der lettrétage. kommen und staunen.
emily dickenson
Part One: Life
CXXVI
THE BRAIN is wider than the sky,
For, put them side by side,
The one the other will include
With ease, and you beside.
The brain is deeper than the sea,
For, hold them, blue to blue,
The one the other will absorb,
As sponges, buckets do.
The brain is just the weight of God,
For, lift them, pound for pound,
And they will differ, if they do,
As syllable from sound.
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November 2nd, 2010 — 4:37pm
Comment » | peeka peeka
Oktober 28th, 2010 — 5:27pm
Die für den 5.11. geplante Veranstaltung mit Juliane Liebert entfällt nun leider doch.
Die nächste Datenschreiber-Lesung findet am 11. November statt, wenn uns Simone Kornappel und der Gewinner des Lyrikpreises Meran André Rudolph in die Welt von Kim Peek ent- bzw. einführen.
Wir hoffen, im Dezember noch eine weitere Autorin präsentieren zu können. Nähere Informationen gibt es so schnell wie möglich.
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Oktober 18th, 2010 — 11:31am
Montag, 18.Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5€
Datenschreiber VI: ein strumpf wächst durch den tisch
Mit Ulf Stolterfoht
“Auf Anraten Freges tauchte Wittgenstein am 18. Oktober 1911 in der Sprechstunde Russells auf. Vom nächsten Tag an dominierte er die Diskussionen in seiner Vorlesung über mathematische Logik.”
“Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurden in ihren Zellen tot aufgefunden: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Irmgard Möller überlebte mit Stichverletzungen im Brustbereich.”
So weit das reichlich willkürliche Setting. Das sich dann beim Schreiben als überhaupt nicht willkürlich erwies. Querverbindungen und Vorwegnahmen zuhauf. Moby Dick und Rumpelstilzchen, Gramsci und sugarbaby, Rippenbiest und Hammelswade, Schnürbein usw. – Aber das Männchen sprach: “Nein, etwas Lebendes ist mir viel lieber als alle Schätze der Welt”.
Lothar Fiedler geboren 1953 in Dresden. Gitarre und Elektronik. Arbeitet im Grenzbereich von Komposition, Improvisation und Performance.
Ulrich Schlotmann geboren 1962 in Balve. Schriftsteller. Zuletzt: Die Freuden der Jagd; Basel: Engeler 2009
Ulf Stolterfoht geboren 1963 in Stuttgart. Schriftsteller. Zuletzt: das nomentano-manifest; Ostheim: Engstler 2009
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September 21st, 2010 — 11:20am
Artikel 5
Die Parteien vereinbaren, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, daß im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten. Von jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegenmaßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen. Die Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten.
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